Buchhaltung ohne Buchhalter

 

 

 

 


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Das deutsche Steuerberatungsgesetz (StBerG) hat das Steuerberaterprivileg bei der Übernahme der Buchführung geschaffen, das das Outsourcing dieses Bereichs bis auf wenige in § 6 geregelte Ausnahmen den Steuerberatern vorbehält, die ihre Leistungen nach der Steuerberatergebührenverordnung abrechnen müssen und wollen.

 

Der Arbeitsaufwand aus der Datenerfassung lässt sich heute weitgehend automatisieren, was die Gebührenhöhe nicht mehr rechtfertigt. Angesichts dieser aktuellen technischen Entwicklung dürften sich in Kürze Anbieter mit Sitz im Ausland finden, die den Unternehmen günstigere Angebote machen werden. Der Kunde müsste nur ein Dokumenten-managementsystem einführen, seine Belege einscannen und in einer Cloud abspeichern – oder per mail an den Dienstleister schicken. So könnte z.B. ein Berater auf Mallorca außerhalb des Geltungsbereichs des StBerG unreglementiert tätig werden und angesichts der vielen Billigflüge kann die Angemessenheit von beruflich veranlassten Besuchen beim Berater – ein private Mitveranlassung könnte vermutet aber wohl nicht nachgewiesen werden – in einem anderen EU-Land wohl nicht in Frage gestellt werden.

 

Auf dem im Kapitel 3 sowie den entsprechenden Experimenten beschriebenen Weg wurden 6.642 Datensätze erfasst. Der Zeitbedarf für das Einlesen dieser Datensätze zzgl. der maschinellen Buchungsprüfung und Übergabe in die Kostenrechnung betrug 6 Minuten. Würde als durchschnittliche Leistung bei einer manuellen Eingabe ein Datensatz pro Minute unterstellt werden so würde dies 110,7 Stunden oder 4,6125 Tage in Anspruch nehmen – die Einrichtung der Stammdaten (maschinell ca. 2 Minuten) wurde dabei nicht berücksichtigt. In diesem Fall würde 99,91 % des Arbeitsaufwandes eingespart. Würde man den Zeitbedarf für eine Buchung statt mit einer Minute mit 15 Sekunden einschätzen, wäre die Einsparung „nur“ 99,64 %. Wenn Unterstellt wird, dass eine Verdoppelung der Datensätze die Bearbeitung um eine Minute verlängern würde, läge die Einsparung bei sonst gleichen Annahmen zwischen 99,79 % und 99,95 %.

 

Die Einrichtung der Buchhaltung in einem Mandanten-Verzeichnis kann von einem Berater in einem Gutachten als Vorschlag erfolgen, dem eine CD mit Musterdateien beigefügt sein kann. Danach würde ein Kleinunternehmer seine Kassenbelege, Rechnungen und Bankauszüge mit der Tabellenkalökulation erfassen und diese Datei(en) einem nach § 6 Nr. 3 StBerG tätigen Unternehmer per e-mail zuschicken. Danach reduzieren sich alle Buchhaltungsarbeiten – soweit sie sich auf die Erstellung von Abschlüssen und die Abgabe von Steuererklärungen bzw. Anmeldungen bezieht, auf rein mechanische Tätigkeiten. Damit können diese Arbeiten von Unternehmern ohne Qualifikation als Dienstleistung nach § 6 Nr. 3 StBerG angeboten werden. Die Verantwortung für die Richtigkeit der Dateneingabe läge beim Auftraggeber.

 

Die im 4. Kapitel aufbauend auf die Simulation in Kapitel 3 behandelte Datenübertragung eröffnet neue Wege, mit denen Kleinunternehmen ihr Rechnungswesen kostengünstig outsourcen können. Für sie allein würden sich die Anschaffungskosten der Software von ca. 3.000 € nicht lohnen. Würde ein nach § 6 Nr. 3 StBerG tätiger Unternehmer aber 100 Mandanten betreuen, wäre die Anschaffungskosten mit 30 € pro Mandanten angemessen. Neben einem Computer und einem Internetanschluss würden keine weiteren Sachkosten entstehen. Bei einer Vergütung von vielleicht 50 € monatlich würden 5.000 € an Umsätzen bei unter 100 € an Sachaufwand entstehen. Per Internet könnten die Dienste in ganz Deutschland angeboten werden; ggf. auch aus dem Ausland. Der Anbieter der Dienstleistung könnte seinen Lebensunterhalt damit also bestreiten und hätten auch die Kapazität, für die Mandanten neue Angebote für Auswertungen zu entwickeln.

 

Der erkennbaren Perspektive, dass Kleinunternehmer die Dienste von Steuerberatern durch eine Dienstleistung nach § 6 Nr. 3 StBerG und/oder ausländische Anbieter ersetzen können, kann mit einem Konzept für eine qualitativ hochwertige Dienstleistung begegnet werden, die die Mandanten mit einer Stärkung des Internen Rechnungswesens bei der Unternehmensführung (Geld verdienen statt Steuern sparen!) unterstützt. Hier wäre die Anwesenheit eines Beraters vor-Ort ein Standortvorteil. Es wäre denkbar, ein Franchisesystem in der Rechtsform eine Aktiengesellschaft zu organisieren, wobei Berater, Gutachter und Softwareanbieter die AG gemeinschaftlich tragen würden. Hierfür wurden im 5. Kapitel Ideen entwickelt.

Eine Präsentation der Ergebnisse (in zwei Teilen) können Sie sich hier ansehen. Sie finden sie auch unter Youtube https://www.youtube.com/watch?v=lrUNz2w_wXI und https://www.youtube.com/watch?v=1BDNvN069e4 . Dort können Sie auch in den Vollbild-Modus gehen.

Auf die Website "buchhaltung-ohne-buchhalter.de" kommen Sie hier:

 

Meine Seite wird inzwischen so oft geklickt, dass sie auch ohne Suchmaschinen-optimierung (ist im kostenlosen Paket nicht enthalten) bei Google gut gefunden wird. Am 26.09.17 hatte ich bei der Eingabe "buchhaltung ohne buchhalter" die Position 3 (von 158.000) der Trefferliste; die Präsentation war auf Position 4. Die Seite "http://www.buchhaltung-ohne-buchhalter.de" hatte mit Suchmaschinenoptimierung die Position 1.